Ratgeber · Fujifilm · Kameraeinstellungen

Fujifilm X-T5:
Die richtigen Einstellungen.

Was du sofort ändern solltest — von Autofokus über Filmsimulationen bis zu Custom Presets. Erklärt vom Fujifilm X-Photographer.

Start › Ratgeber › Fujifilm X-T5 Einstellungen für Einsteiger

Fujifilm X-T5 Einstellungen
für Einsteiger

Die wichtigsten Einstellungen, Custom Presets, Filmsimulations-Tipps und 10 Profi-Hinweise — so holst du aus der X-T5 vom ersten Tag an alles raus.

Warum Standard-Einstellungen dich bremsen

Als ich die Fujifilm X-T5 das erste Mal in der Hand hatte, war mein erster Gedanke: Diese Kamera kann unglaublich viel. Mein zweiter Gedanke: Wer das alles ohne Anleitung entdecken soll, braucht Nerven aus Stahl — oder sehr viel Geduld.

Die X-T5 kommt mit Werkseinstellungen aus dem Laden, die für niemanden wirklich optimal sind. Sie sind ein Kompromiss — sicher, unauffällig, ohne Ecken. Das ist gut für den ersten Ausflug. Aber sobald du anfängst, wirklich zu fotografieren, merkst du: Diese Kamera gibt dir viel mehr, wenn du sie richtig einrichtest.

In diesem Artikel zeige ich dir, was ich als erstes ändere, wenn ich eine frisch unboxte X-T5 vor mir habe. Nicht als theoretische Übung — sondern so, wie ich es selbst mache. Als Fujifilm X-Photographer, der diese Kamera täglich nutzt und in meinen Fujifilm-Kursen mit vielen Einsteigern zusammengearbeitet hat.

Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich auf die Fujifilm X-T5 mit aktuellem Firmware-Stand. Einzelne Menüpfade können sich bei älteren Firmware-Versionen minimal unterscheiden.

Die 5 Dinge, die du sofort ändern solltest

Bevor du irgendetwas anderes tust — noch bevor du die erste Aufnahme machst — ändere diese fünf Einstellungen. Sie machen den größten Unterschied im Alltag.

1. Bildformat: RAW + JPEG Fine

Die X-T5 schreibt standardmäßig JPEG. Das ist okay — aber nicht optimal. Ich empfehle dir RAW + JPEG Fine. Warum? Du bekommst das beste JPEG direkt aus der Kamera, und die RAW-Datei liegt immer als Reserve daneben. Wenn ein Bild nicht gut belichtet ist oder der Weißabgleich daneben liegt, kannst du in Capture One oder Lightroom korrigieren, ohne Qualitätsverlust.

Fujifilm-JPEGs sind legendär gut — das ist kein Marketing. Die Filmsimulationen und die JPEG-Engine der X-T5 sind der Grund, warum viele Fotografen gar nicht mehr nachbearbeiten müssen. Aber der Sicherheitsgurt schadet nie.

Pfad: Aufnahme-Menü 1 → Bildqualität → RAW+JPEG → JPEG Fine

2. Bildsensor-Größe auf 40 MP lassen

Klingt trivial, aber ich sehe es immer wieder: Einsteiger schalten aus Gewohnheit auf kleinere Auflösungen. Die X-T5 hat 40 Megapixel — nutze sie. Du hast Spielraum beim Zuschneiden, du kannst vergrößern, du gewinnst Details. Erst auf 20 MP runterschalten, wenn du aktiv Speicherplatz sparen musst und die Bilder nur für Social Media sind.

3. Gesichts-/Augenerkennung an

Das ist einer der größten Komfort-Gewinne der modernen Fujifilm-Kameras. Die Motiverkennung der X-T5 ist gut — nicht perfekt, aber gut genug um dir das Fokussieren auf Personen fast vollständig abzunehmen.

Pfad: AF/MF-Menü → Motiverkennung → Gesicht/Auge

Wenn du Tiere fotografierst: Tier/Vogel. Wenn du Landschaft oder Architektur machst: aus. Die Erkennung läuft auch bei ausgeschalteter Funktion nicht im Hintergrund — kein Batterieverlust.

4. ISO Auto richtig konfigurieren

ISO Auto ist nicht gleich ISO Auto. Die Standard-Einstellung der X-T5 ist zu konservativ — sie bleibt zu lange auf niedrigem ISO und riskiert dann verwackelte Bilder. So sollte es aussehen:

ParameterMeine EmpfehlungWarum
ISO MinISO 200Etwas Reserve nach unten, falls du knapp über Tageslicht bist
ISO MaxISO 6400X-T5 liefert bis 6400 sehr gute Ergebnisse
Min. VerschlusszeitAutoKamera berechnet 1/Brennweite automatisch — ideal

Pfad: Aufnahme-Menü → ISO Auto Einstellung → jeweilige Werte setzen

5. Bildstabilisierung auf Modus 1

Der IBIS der X-T5 ist außergewöhnlich — bis zu 7 Blendenstufen Ausgleich laut Fujifilm-Angabe. In der Praxis sind 4–5 Stops realistisch, was immer noch beeindruckend ist. Stelle ihn auf Modus 1 (dauerhaft aktiv beim Fotografieren). Auf dem Stativ: IS komplett aus — ein aktiver IBIS auf einem ruhigen Stativ kann sogar schlechtere Ergebnisse liefern.

Profi-Tipp: Mit Fujifilm-OIS-Objektiven und dem X-T5-IBIS kombiniert (Dual-IS) gewinnst du nochmals einen Stop. Das System kommuniziert automatisch — du musst nichts extra aktivieren.

Autofokus: Was wirklich funktioniert

Der Autofokus der X-T5 ist gut. Nicht ganz auf dem Niveau einer Sony A7R V oder Canon R5, aber für die meisten Situationen mehr als ausreichend — wenn du ihn richtig einstellst. Die Werkseinstellungen sind da leider nicht ideal.

AF-Feld: Zone statt Single

Single-AF (1 Punkt) ist präzise, aber unentspannt — du musst immer genau auf dein Motiv halten. Zone (ein Feld mit mehreren Punkten) ist deutlich entspannter und trotzdem kontrolliert. Für Portraits mit Gesichtserkennung: Zone oder Wide/Tracking — die Kamera übernimmt.

S-AF + MF: das Beste aus zwei Welten

Stelle den AF-Modus auf S-AF+MF. Das bedeutet: Die Kamera fokussiert automatisch, wenn du den Auslöser halb durchdrückst — aber du kannst danach am Fokusring feinjustieren, ohne in den manuellen Modus zu wechseln. Das klingt wie ein Detail, ist aber im Alltag Gold wert.

C-AF Custom Settings für bewegende Motive

Wenn du Kinder, Tiere oder Sport fotografierst, schalte auf C-AF (Kontinuierlicher Autofokus) und wähle bei den C-AF Custom-Einstellungen:

PresetEinsatzTracking Sens.
Preset 1Gleichmäßige Bewegung (Läufer, Fahrrad)Mittel
Preset 2Plötzliche Richtungsänderungen (Ball, Tiere)Hoch
Preset 4Reaktiv (Kinder, unpredictable)Hoch/Schnell
Fujifilm X-T5 Einstellungen Videokurs

Fujifilm X-T5 Online-Kurs

Alle Einstellungen live sehen — Menü für Menü.

Im Fujifilm X-T5 Video-Kurs gehe ich jede einzelne Einstellung mit dir durch — live an der Kamera, mit Erklärung warum ich was wähle. Kein Handbuch-Lesen, sondern echtes Verstehen.

Zum X-T5 Kurs →

▶ Mein X-T5 Kurs — alle Menüpunkte, alle Einstellungen, live an der Kamera erklärt.

Filmsimulationen: Mein Setup für verschiedene Situationen

Die Filmsimulationen sind das Herz der Fujifilm-Erfahrung. Die X-T5 hat 20 davon — was gleichzeitig großartig und überwältigend ist. Hier ist, wie ich an die Sache herangehe.

Ich fotografiere nicht mit einer Simulation für alles. Je nach Stimmung, Licht und Motiv wechsle ich. Aber es gibt eine Handvoll, die ich immer wieder verwende:

SimulationCharakterIdeal für
Provia/StandardAusgewogen, natürlichAlltag, Einsteiger, Referenz
Classic ChromeEntsättigt, kühle Schatten, Retro-FeelStreet, Reise, Reportage
Classic Neg.Verblasster Film, hoher KontrastDokumentarisch, Urban
Eterna CinemaKinofilmcharakter, niedrige SättigungPortrait, Stimmungsbilder
VelviaHochsatturiert, knackige FarbenLandschaft, Natur
AcrosReichhaltig S/W mit tiefen SchwärzenS/W, Street, Architektur

Meine Empfehlung: Fang mit Classic Chrome an. Sie ist eine der universellsten Simulationen, die Fujifilm je gebaut hat. Für Landschaft probiere Velvia — aber sei gewarnt: Sie ist intensiv und vergibt keine Belichtungsfehler.

Filmrezept: Mein Street-Setup für Classic Chrome

Das ist mein Standard für Straßenfotografie mit der X-T5 — kompakt, charakterstark, wenig Nachbearbeitung nötig:

ParameterWert
FilmsimulationClassic Chrome
Körnung/RauschenStark, Fein
Farbchrome EffektSchwach
Schärfe−1
Rauschunterdrückung−4
WeißabgleichAuto, R: 0 / B: 0
DynamikbereichAuto

Custom Presets: C1, C2, C3 anlegen

Das ist eine der unterschätzten Stärken der X-T5. Du kannst am Modusrad drei vollständige Konfigurationen speichern — mit allem: Filmsimulation, Blende, ISO, AF-Einstellung, Messmethode. Alles.

C1

Street

Classic Chrome

f/8 · ISO Auto · 1/250s min · Zone-AF · S-AF

C2

Portrait

Eterna Cinema

f/2.8 · ISO Auto · Gesicht/Auge · S-AF+MF

C3

Landschaft

Velvia

f/8 · ISO 200 · Mehrfeld-Messung · Stativ

So speicherst du ein Custom Preset: Stelle alle gewünschten Parameter ein → Menü → Einrichten → Benutzereinstellung speichern → C1/C2/C3 wählen. Fertig. Am Modusrad wechselst du dann blitzschnell zwischen den drei Welten.

10 Profi-Tipps die ich meinen Kursteilnehmern immer nenne

1

Belichtungskorrektur-Rad nutzen. Die X-T5 hat ein physisches EV-Rad auf der Oberseite. Nutze es! Ich drehe an dem Rad fast mehr als ich irgendetwas anderes an der Kamera berühre.

2

Histogramm aktivieren. Statt Lichter-Warnung (blinkendes Bild): Display-Info → Histogramm. Du siehst auf einen Blick ob du über- oder unterbelichtet hast.

3

Fn-Tasten belegen. Die X-T5 hat 7 frei belegbare Fn-Tasten. Fn1: ISO, Fn2: Filmsimulation, Fn3: AF-Feldgröße. Finde dein Layout — es lohnt sich.

4

Stille Aufnahme für diskrete Situationen. Menü → Ton-Einstellung → Stille → Ein. Kein Spiegelschlag, kein Auslösegeräusch — ideal für Veranstaltungen, Kirchen, Konzerte.

5

Pre-AF ausschalten. Werkseinstellung: an. Das bedeutet die Kamera fokussiert permanent — auch ohne Druck auf den Auslöser. Akku-Killer. Aus!

6

Dynamikbereich auf Auto. DR Auto passt die Belichtung intern an, um Lichterausfressen zu vermeiden. Für die meisten Situationen ideal — nur bei kontrollierten Lichtverhältnissen manuell.

7

EVF-Helligkeit nicht auf Maximum. Viele stellen den Sucher auf maximum hell — das verzerrt deine Belichtungseinschätzung im Bild. Lass ihn auf der automatischen Einstellung.

8

Raster anzeigen lassen. Ein 3×3-Gitter hilft dir beim Einhalten des Horizonts und bei der Drittel-Regel. Ich hab es immer an — es stört nicht, hilft aber enorm.

9

Pixel Shift nur mit Stativ. Die X-T5 kann 160-MP-Aufnahmen via Pixel Shift erstellen. Fantastisch — aber nur ohne jede Bewegung. Stativ, keine Windböen, statische Motive.

10

Akku-Ersatz kaufen. Das klingt banal, aber: Der NP-W235-Akku hält in der X-T5 ca. 580 Aufnahmen laut CIPA. In der Praxis mit EVF, IBIS und AF eher 350–400. Zwei Akkus sind Pflicht.

Lohnt sich der Fujifilm X-T5 Kurs?

Die Einstellungen aus diesem Artikel bringen dich weit — du wirst sofort merklich bessere Ergebnisse sehen. Aber eine Kamera wie die X-T5 hat deutlich mehr zu bieten: Serienbild-Einstellungen, Videoparameter, Bracketing, der interne RAW-Konverter, die individuelle Tastenbesetzung, Fokuspeaking für manuelle Objektive — all das braucht mehr Platz als ein Artikel hergibt.

In meinem Fujifilm X-T5 Video-Kurs gehe ich das alles durch — live an der Kamera, erklärt mit echten Aufnahmen aus dem Alltag. Kein Lesen, sondern Zuschauen und nachvollziehen. Du kannst danach in deinem eigenen Tempo nacharbeiten.

Wer lieber in kleiner Gruppe und vor Ort lernt: In meinen Fujifilm-Workshops in Stuttgart bringen wir deine Kamera zusammen zum Laufen — mit echten Fotolocations und direktem Feedback auf deine Bilder.

Die offizielle Fujifilm X-T5-Produktseite mit vollständigen technischen Daten, Firmware-History und Zubehörübersicht: Fujifilm X-T5 auf fujifilm-x.com — dort findest du auch die jeweils aktuellsten Firmware-Updates, die neue Funktionen und AF-Verbesserungen mitbringen.

Fujifilm Kamera-Einstellungen-Kurs

Videokurs zum Download

Fujifilm Kamera-Einstellungen-Kurs

Mehr als dieser Artikel abdecken kann: der komplette Video-Einstellungskurs für Fujifilm-Kameras — jedes Menü, jede Custom-Taste, jede Filmsimulation im Detail erklärt.

49 € · sofort als Video verfügbar Zum Videokurs →

Häufig gestellte Fragen

Welche Filmsimulation ist die beste für Einsteiger bei der Fujifilm X-T5?

Für den Einstieg empfehle ich Provia/Standard — sie ist ausgewogen, zeigt natürliche Farben und verzeiht leichte Belichtungsfehler gut. Wer sofort Charakter will: Classic Chrome ist die vielseitigste Simulation der X-T5 — entsättigte, leicht kühle Töne, die wie entwickelter Film aussehen. Für Schwarz-Weiß: Acros mit dem Gelb-Filter für dramatischen Kontrast.

Sollte ich mit der Fujifilm X-T5 im RAW oder JPEG fotografieren?

Als Einsteiger empfehle ich RAW+JPEG Fine. Du bekommst das beste JPEG direkt aus der Kamera — Fujifilm JPEGs sind legendär gut — und hast immer die RAW-Datei als Reserve für die Nachbearbeitung. Wenn du sicher bist, dass deine Einstellungen stimmen, kannst du auf reines JPEG wechseln und sparst Speicherplatz.

Was bedeutet IBIS bei der Fujifilm X-T5 und wie stelle ich ihn ein?

IBIS steht für In-Body Image Stabilization — der Bildsensor selbst bewegt sich in der Kamera, um Verwacklungen zu kompensieren. Bei der X-T5 entspricht das bis zu 7 Blendenstufen Ausgleich. Einstellung: AF/MF-Menü → IS-Modus → Modus 1 für dauerhaften Einsatz beim Fotografieren. Modus 2 stabilisiert nur beim Auslösen (für Sport geeignet). Auf dem Stativ: IS aus.

Wie stelle ich den Autofokus der Fujifilm X-T5 optimal ein?

Für die meisten Situationen: AF-Modus auf S-AF+MF, AF-Feld auf Zone (mittlere Größe) und Motiverkennung auf Gesicht/Auge. Für bewegende Motive: C-AF mit Tracking aktivieren. Das AF-C Custom-Einstellung 4 (Reaktiv) ist gut für unberechenbare Bewegungen wie Kinder oder Tiere. Back-Button-Focus (AF-L Taste für AF zuständig, Auslöser nur auslösen) lohnt sich sobald du dich damit wohlfühlst.

Wie hoch darf ich den ISO bei der Fujifilm X-T5 treiben?

Die X-T5 liefert mit ihrem 40-Megapixel-X-Trans-V-Sensor bis ISO 3200 sehr gute Ergebnisse, bis ISO 6400 noch akzeptable. Ab ISO 12800 wird das Rauschen sichtbar, bleibt aber bei der Ausgabe für Social Media noch brauchbar. Für Print oder große Drucke würde ich ISO 3200 als Obergrenze empfehlen. Der ISO-Erweiterungsbereich (H1, H2) ist nur für Notfälle.

Online-Kurs

Fujifilm X-T5 — alles auf einmal.

Menü für Menü, Einstellung für Einstellung — ich zeige dir in meinem Video-Kurs die gesamte X-T5 von innen. Du siehst live, was ich wo einstelle und warum. Mit echten Fotos, echten Situationen.

Michael Damböck — Fotograf & Speaker, Fujikina Stuttgart 2025

Über den Autor

Michael Damböck

Fotograf & Fototrainer · Stuttgart seit 2007

  • Hauptberuflicher Fotograf seit 2007
  • Über 2.000 zufriedene Kursteilnehmer
  • Speaker · Fujikina Stuttgart 2025
  • Entwickler: BorderTool Pro & BatchMark Pro