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Tiefenschärfe
Rechner.
Berechne Schärfegrenzen, Tiefenschärfe und Hyperfokaldistanz in Echtzeit — mit visueller Darstellung. Für Fujifilm, Vollformat und alle anderen Systeme.
Kamerasystem / Sensor
Schärfezone (visuell)
Genaue Werte
Was ist Tiefenschärfe?
Tiefenschärfe — auch Schärfentiefe oder englisch Depth of Field (DOF) — bezeichnet den Bereich vor und hinter deinem Fokuspunkt, der auf dem Bild noch akzeptabel scharf wirkt. Alles außerhalb dieses Bereichs erscheint unscharf: das sogenannte Bokeh.
Ob du ein Portrait mit creamy Bokeh anstrebst oder eine Landschaft, auf der alles von Vordergrund bis Horizont messerscharf ist — der Tiefenschärfe-Rechner zeigt dir sekundengenau, welche Einstellungen dich ans Ziel bringen.
Die vier Faktoren der Tiefenschärfe
Vier Parameter bestimmen, wie groß oder klein die Schärfezone deines Bildes ist:
Der stärkste Hebel. Offene Blende (f/1.2 – f/2.8) → wenig Tiefenschärfe, starkes Bokeh. Geschlossene Blende (f/8 – f/16) → viel Tiefenschärfe, alles scharf.
Längere Brennweiten (85 mm, 135 mm) erzeugen bei gleicher Blende weniger Tiefenschärfe als kurze (24 mm, 35 mm). Ein Teleobjektiv bei f/5.6 kann mehr Bokeh zeigen als ein Weitwinkel bei f/1.8.
Je näher du am Motiv bist, desto geringer die Tiefenschärfe. Makrofotografie hat deshalb oft nur wenige Millimeter Schärfe. Große Abstände bringen automatisch mehr Schärfentiefe.
Vollformat hat einen größeren Unschärfekreis als APS-C — bei gleicher Einstellung also etwas mehr Bokeh. Der Unterschied ist real, aber geringer als viele denken. Fujifilm APS-C: CoC 0,019 mm · Vollformat: CoC 0,029 mm.
Hyperfokaldistanz: der Geheimtipp der Landschaftsfotografen
Die Hyperfokaldistanz ist der kürzeste Fokusabstand, bei dem alles von der halben Hyperfokaldistanz bis Unendlich scharf abgebildet wird. Stell auf diesen Abstand scharf — und du hast maximale Schärfentiefe ohne Fokus auf Unendlich zu setzen.
Beispiel: Fujifilm X-T5, 18 mm, f/8 → Hyperfokaldistanz ≈ 4,5 m. Du stellst auf 4,5 m scharf und alles ab 2,25 m bis ∞ ist scharf — perfekt für Landschafts- und Architekturfotografie.
Prüf die Hyperfokaldistanz direkt im Rechner: stelle die Blende auf f/8 oder f/11, wähle deine Weitwinkel-Brennweite, und lies den Wert unten rechts ab.
Tiefenschärfe in der Praxis
| Motiv | Empfehlung | Ziel |
|---|---|---|
| Portrait (Einzelperson) | f/1.4–f/2.8 · 85–135 mm · 1,5–3 m | Gesicht scharf, Hintergrund cremig unscharf |
| Portrait (Gruppe) | f/4–f/8 · 50–85 mm · 3–8 m | Alle Gesichter in der Schärfezone |
| Landschaft | f/8–f/11 · Weitwinkel · Hyperfokaldistanz | Alles von Vordergrund bis ∞ scharf |
| Street / Reportage | f/5.6–f/8 · 28–50 mm | Große Schärfezone für schnelle Situationen |
| Makro | f/8–f/16 · Makro-Objektiv · 0,2–0,5 m | Trotz geringer DOF maximale Schärfe |
| Produkt / Stillleben | f/5.6–f/11 · 50–100 mm | Produkt scharf, Hintergrund kontrolliert |
Tiefenschärfe bei Fujifilm APS-C
Fujifilm-Nutzer fragen oft: „Erreiche ich mit meiner X-T5 das gleiche Bokeh wie auf Vollformat?" Die Antwort: nahezu ja — mit dem richtigen Objektiv.
Das XF 56 mm f/1.2 bei f/1.2 aus 2 m Abstand erzeugt nur rund 3 cm Tiefenschärfe — kaum weniger als ein 85 mm f/1.4 auf Vollformat. Das XF 90 mm f/2.0 aus 3 m Abstand hat ebenfalls eindrucksvolles Bokeh.
Verwende den Vollformat-Äquivalent-Hinweis im Rechner (erscheint automatisch beim Wählen von Fujifilm APS-C): Er zeigt dir, welche FF-Kombination die gleiche Tiefenschärfe ergibt.
Die Tiefenschärfe-Formel einfach erklärt
Der Rechner verwendet die klassischen fotografischen Formeln:
- Hyperfokaldistanz H = f² ÷ (N × c) + f
- Vordere Grenze = H × d ÷ (H + d)
- Hintere Grenze = H × d ÷ (H − d) [∞ wenn d ≥ H]
- Tiefenschärfe = Hintere Grenze − Vordere Grenze
Dabei ist f die Brennweite in mm, N die f-Zahl, c der Unschärfekreis (Circle of Confusion) und d der Motivabstand in mm. Der CoC wird aus der Sensorgröße berechnet: Sensordiagonale ÷ 1500.
Möchtest du das Prinzip tiefer verstehen? Der Artikel Schärfentiefe verstehen erklärt alle Zusammenhänge anschaulich mit Beispielen aus der Praxis.
Häufige Fragen zum Tiefenschärfe-Rechner
Was ist der Unterschied zwischen Tiefenschärfe und Schärfentiefe?
Beides bezeichnet dasselbe: den Bereich vor und hinter dem Fokuspunkt, der noch akzeptabel scharf erscheint. Im deutschen Sprachgebrauch werden beide Begriffe synonym verwendet. Technisch korrekt ist „Schärfentiefe", umgangssprachlich dominiert „Tiefenschärfe".
Wie berechnet man Tiefenschärfe?
Über die Hyperfokaldistanz-Formel: H = f² ÷ (N × CoC). Daraus ergeben sich die vordere Grenze (H × d) ÷ (H + d) und die hintere Grenze (H × d) ÷ (H − d), wobei d der Motivabstand ist. Der Rechner macht das automatisch — du musst nur Brennweite, Blende und Abstand eingeben.
Welche Blende für Portraitfotografie mit Bokeh?
Für cremiges Bokeh bei Portraits: f/1.4–f/2.8 mit einer Brennweite von 50–135 mm und einem Motivabstand von 1,5–4 m. Auf Fujifilm APS-C liefert das XF 56 mm f/1.2 bei f/1.2 aus 2 m nur ca. 3 cm Tiefenschärfe — maximales Bokeh. Tipp: Die Schärfezone soll das Gesicht, aber nicht unbedingt Ohren und Schultern umfassen.
Was ist die Hyperfokaldistanz und wie nutze ich sie?
Die Hyperfokaldistanz ist der Abstand, ab dem alles bis Unendlich scharf ist — und zwar schon ab der halben Hyperfokaldistanz. Stelle auf diesen Wert scharf (statt auf Unendlich) und du bekommst maximale Schärfe im Bild. Ideal für Landschafts-, Architektur- und Streetfotografie. Der Rechner zeigt die Hyperfokaldistanz immer unten rechts an.
Warum hat Fujifilm APS-C einen anderen Wert als Vollformat?
Der Unschärfekreis (Circle of Confusion, CoC) hängt von der Sensorgröße ab. Fujifilm APS-C: CoC = 0,019 mm · Vollformat: CoC = 0,029 mm. Gleiche Brennweite und Blende ergeben auf APS-C etwas weniger Bokeh — der kleinere Sensor sieht den Unschärfepunkt feiner. Wähle im Rechner das passende System für genaue Werte.
Wie viel Tiefenschärfe brauche ich für Gruppenfotos?
Bei einer Reihe von Personen auf gleicher Distanz reichen f/4–f/5.6 problemlos. Bei versetzten Reihen oder großen Gruppen (2–3 m Tiefe) empfiehlt sich f/8 mit entsprechendem Abstand. Teste mit dem Rechner: gib den Abstand der ersten Person ein, prüfe ob die hintere Schärfegrenze die letzte Reihe noch erfasst.
Kann ich den Rechner für Videofotografie verwenden?
Ja, die Grundformeln gelten gleichermaßen für Foto und Video. Beachte jedoch: Beim Film wird der CoC-Wert manchmal anders berechnet (z.B. für 4K auf bestimmten Screens). Für normale Arbeit mit den üblichen DOF-Regeln ist der Rechner aber auch für Filmaufnahmen gut geeignet.
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