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ND-Filter
Rechner.
Gib deine Basisbelichtung ein, wähle den ND-Filter — und der Rechner zeigt sofort die neue Belichtungszeit. Auch für zwei gestapelte Filter.
Basisbelichtungszeit ohne Filter
ND-Filter
Neue Belichtungszeit
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Was ist ein ND-Filter?
Ein ND-Filter (Neutral Density Filter, auf Deutsch: Graufilter) ist eine gleichmäßig abgedunkelte Glasscheibe, die vor das Objektiv geschraubt oder in ein Filtersystem gesteckt wird. Er reduziert das einfallende Licht, ohne Farben zu verfälschen — daher „neutral".
Das klingt simpel, eröffnet aber enorme kreative Möglichkeiten: Mit einem ND-Filter kannst du bei strahlendem Sonnenlicht trotzdem mit offener Blende f/1.4 fotografieren, oder mitten am Tag eine 30-Sekunden-Langzeitbelichtung machen — Effekte, die ohne Filter technisch nicht erreichbar wären.
Die Zahl hinter „ND" gibt den Lichtschluck-Faktor an. ND8 lässt nur 1/8 des Lichts durch, ND1000 nur 1/1000. Damit sich die Belichtung nicht ändert, muss die Kamera entsprechend länger belichtet werden — genau das berechnet unser Rechner oben.
Merkhilfe: Jede Verdoppelung des ND-Faktors entspricht einer Blendenstufe und verdoppelt die Belichtungszeit. ND8 → ND16: eine Stufe mehr, doppelt so lang belichten.
Wann brauche ich welchen ND-Filter?
Die Wahl des richtigen Graufilters hängt vom angestrebten Effekt und der verfügbaren Helligkeit ab. Als Faustregel gilt: Je heller es ist und je länger die gewünschte Belichtungszeit, desto stärker muss der Filter sein.
| Filter | Faktor / Stufen | Typischer Einsatz | Effekt |
|---|---|---|---|
| ND2–ND4 | 2–4× / 1–2 Bl. | Portrait bei Sonne mit offener Blende | Offene Blende ohne Überbelichtung |
| ND8 | 8× / 3 Bl. | Wasserfall, Bäche bei bewölktem Himmel | Erste leichte Bewegungsunschärfe im Wasser |
| ND64 | 64× / 6 Bl. | Langzeitbelichtung bei Tageslicht | Seidiges Wasser, weiche Wolken (1–10 Sek.) |
| ND1000 | 1000× / 10 Bl. | Starke Langzeitbelichtung tagsüber | 30 Sek.+ tagsüber, Menschen verschwinden |
| ND4000 | 4000× / 11,9 Bl. | Extremlangzeitbelichtung, Architektur | Mehrminütige Belichtungen bei hellem Tageslicht |
| ND64000 | 64000× / 16 Bl. | Tag-zu-Nacht-Effekte, Stundenbelichtungen | Komplett bewegungsloses Bild, Sterne bei Tag |
ND-Filter stapeln
Hast du nicht den passenden einzelnen Filter zur Hand, kannst du zwei ND-Filter kombinieren — das nennt man Stapeln (englisch: stacking). Die Faktoren multiplizieren sich dabei:
- ND8 + ND8 = ND64 (6 Blendenstufen)
- ND8 + ND64 = ND512 (9 Blendenstufen)
- ND64 + ND1000 = ND64.000 (16 Blendenstufen)
Der Rechner unterstützt genau das: Aktiviere „Zweiten Filter hinzufügen" und wähle beide Filter — das Ergebnis wird sofort berechnet.
Vorsicht beim Stapeln: Günstige Filter können beim Stapeln zu Vignettierung (dunkle Ecken) oder leichten Farbstichen führen. Verwende möglichst dünne „Slim"-Filter oder hochwertige Systeme wie Lee, Kenko oder B+W. Zwei Qualitätsfilter stapeln ist fast immer besser als ein billiger Einzelfilter.
Langzeitbelichtung in Stuttgart: Locations und Tipps
Stuttgart bietet fantastische Möglichkeiten für Langzeitbelichtungen — und ND-Filter spielen dabei eine zentrale Rolle. Hier sind einige Top-Spots:
- Schlossplatz bei Nacht: Die Springbrunnen und der erleuchtete Alte Schlossturm eignen sich perfekt für Langzeitbelichtungen. Ohne ND-Filter brauchst du dafür die Dämmerung oder Nacht. Mit ND1000 kannst du die seidigen Wasserfontänen auch tagsüber einfangen. Mehr dazu im Ratgeber Nachtfotografie Stuttgart.
- Neckar bei Bad Cannstatt und Münster: Die Schleusen und der Fluss bieten ruhiges, fließendes Wasser — ideal für ND64 oder ND8 bei bewölktem Himmel. Eine halbe bis zwei Sekunden reichen für den Seiden-Effekt.
- Fernsehturm und Aussichtsplattform Birkenkopf: Stundenbelichtungen vom Fernsehturm mit ND64000 verwandeln den Stuttgarter Kessel in ein dramatisches Lichtgemälde. Ideal für Morgendämmerung und Blaue Stunde.
- Böblinger See und Fasanenhof-Teiche: Ruhige Wasserflächen für Spiegelungsaufnahmen — hier reicht oft ein ND8, um mit sehr langer Belichtung zu arbeiten.
- Weinberge in Uhlbach und Rotenberg: Terrassierte Weinberge mit Blick auf Stuttgart bieten bei ND1000 dramatische Weitwinkel-Langzeitbelichtungen, bei denen ziehende Wolken zu weichen Schleiern werden. Weitere Spots im Ratgeber Fotolocations Stuttgart.
Praktische Tipps für Langzeitbelichtung mit ND-Filter
- Belichtung vor dem Filter messen: Immer zuerst ohne Filter die richtige Belichtungszeit ermitteln, dann erst den Filter aufschrauben und die neue Zeit mit dem Rechner berechnen.
- Stativ und Fernauslöser: Ab einer Sekunde Belichtungszeit ist ein stabiles Stativ unverzichtbar. Ein Fernauslöser oder der Selbstauslöser mit 2 Sek. Verzögerung verhindert Verwacklungen durch das Auslösen.
- Autofokus vor dem Filter: Fokussiere scharf, bevor du den dunklen ND-Filter aufsetzt — viele Kameras haben mit starken ND-Filtern Probleme, den AF zu finden. Dann auf manuellen Fokus wechseln.
- LiveView und Histogramm nutzen: Bei langen Belichtungen mit ND1000 und mehr ist das Bild durch den Sucher kaum noch zu sehen. Manche Kameramodelle bieten eine verstärkte LiveView-Anzeige.
- Rauschen bei langen Belichtungen: Schalte die Rauschunterdrückung für Langzeitbelichtung (Long Exposure NR) ein — die Kamera macht dabei eine zweite „Dunkelaufnahme" gleicher Länge und zieht das Sensor-Eigenrauschen heraus.
Noch mehr Praxis? Schau dir unseren Tiefenschärfe-Rechner an — das ideale Begleit-Tool für die Planung deiner Aufnahmen.
Häufige Fragen zum ND-Filter Rechner
Was ist ein ND-Filter und wozu brauche ich ihn?
Ein ND-Filter (Graufilter) verdunkelt gleichmäßig das einfallende Licht, ohne Farben zu verändern. Du brauchst ihn für Langzeitbelichtungen bei Tageslicht (seidiges Wasser, weiche Wolken), für offene Blende bei heller Sonne ohne Überbelichtung, oder für künstlerische Effekte wie das Verschwinden von Menschen in belebten Plätzen.
Wie berechnet sich die neue Belichtungszeit mit ND-Filter?
Die Formel lautet: Neue Belichtungszeit = Ursprüngliche Belichtungszeit × ND-Faktor. Beispiel: 1/125 s × 64 (ND64) = 0,51 s ≈ eine halbe Sekunde. Unser Rechner erledigt das automatisch — du musst nur Basiszeit und Filter wählen.
Welchen ND-Filter brauche ich für seidiges Wasser?
Für seidiges, fließendes Wasser brauchst du mindestens 0,5–2 Sekunden Belichtungszeit. Bei bewölktem Licht und ISO 100 reicht oft ein ND8 (3 Blendenstufen). Bei Sonnenschein empfiehlt sich ND64 (6 Bl.) oder ND1000 (10 Bl.). Teste verschiedene Kombinationen im Rechner, bis die Belichtungszeit zwischen 0,5 und 4 Sekunden liegt.
Kann ich zwei ND-Filter gleichzeitig verwenden?
Ja. Die Faktoren multiplizieren sich: ND8 + ND64 ergibt ND512 (9 Blendenstufen). Achte auf qualitativ hochwertige, dünne Filter (Slim-Version), um Vignettierung zu vermeiden. Der Rechner unterstützt Stapeln: einfach „Zweiten Filter hinzufügen" aktivieren und beide Filter auswählen.
Muss ich den Fokus nach dem Aufsetzen des ND-Filters neu einstellen?
Nein — fokussiere vor dem Aufsetzen des Filters, dann wechsle auf manuellen Fokus (MF). Starke ND-Filter wie ND1000 oder ND64000 sind so dunkel, dass der Autofokus kaum noch arbeiten kann. Stelle scharf, schalte auf MF um, setze den Filter auf und belichte.
Praxis in Stuttgart
Langzeitbelichtung live lernen — nachts in der Stadt.
Theorie ist gut, Praxis ist besser. In der Nacht-Fototour Stuttgart
fotografieren wir gemeinsam Langzeitbelichtungen, Lichtspuren und die Stuttgarter
Skyline — mit und ohne ND-Filter. Du lernst Stativarbeit, Belichtungsplanung und
Bildgestaltung direkt an echten Motiven.
Oder steige im Experimente-Workshop tiefer in kreative Techniken
wie Langzeitbelichtung, Lichtmalerei und Mehrfachbelichtung ein.